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Schleicher Sicherheitsdienst in der Presse

Mitwitz kämpft gegen Randalierer

An einigen Brennpunkten in der Gemeinde treiben junge Leute ihr Unwesen. Es kommt auch zu Alkoholexzessen. Nun soll ein Sicherheitsdienst für Ordnung sorgen.

Mitwitz – Dem Mitwitzer Bürgermeister Hans-Peter Laschka (CSU) reicht es. Seit etwa einem halben Jahr werden in Mitwitz wieder und wieder Dinge mutwillig zerstört. Außerdem kommt es auch im Schlosspark, der nach Einbruch der Dämmerung eigentlich nicht mehr betreten werden darf, immer wieder zu Randalen. Deshalb hat die Gemeinde nun den Ziegelerdener Sicherheitsdienst Schleicher beauftragt, an den Wochenenden nachts in der Ortschaft zu patrouillieren.

„In letzter Zeit ist einfach sehr viel Blödsinn passiert“, berichtet Hans-Peter Laschka. So sei beispielsweise die Skaterbahn schon mehrfach mutwillig kaputt getreten worden.
Zuletzt seien sogar Flaschen aus den dortigen Altglas-Containern entnommen und auf dem Gelände zersplittert worden. „Wir wissen langsam nicht mehr, was wir machen sollen. Eigentlich dürfte man es ja nicht schon wieder reparieren – aber das trifft halt dann die Falschen“, sinniert der Rathauschef. Auch die Informations-Tafeln des Naturparks Frankenwald am Aussichtsturm seien nun schon zweimal zerstört und Parkbänke in den Fluss geworfen worden. Da wolle man nun nicht mehr länger tatenlos zuschauen. „Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, gewisse Orte, ergänzend zur Polizei, von einem Sicherheitsdienst bestreifen zu lassen“, sagt Hans-Peter Laschka. Denn dass die Polizei nicht ständig vor Ort sein könne, sei logisch.

„Trotzdem sind wir froh und dankbar, wenn sie auch immer mal Streife fährt“, betont er. Das Problem sei, dass man eigentlich schon ziemlich genau wisse, wer da sein Unwesen treibt. Es handle sich um eine Gruppe Jugendlicher beziehungsweise junger Leute. „Nur gibt es halt keiner zu“, ärgert er sich.

Seit drei Wochen sei der Sicherheitsdienst nun schon vor Ort. Hans-Peter Laschka hat das Gefühl, dass seitdem weniger randaliert wird. „Offensichtlich spricht sich das unter den Jugendlichen schnell herum“, freut er sich. Der Sicherheitsdienst habe zu nächtlichen Stunden auch schon diverse Verdächtige angetroffen. Der größte Erfolg sei jedoch, dass er sogar schon ein Leben retten konnte. Nach einer illegalen, ausschweifenden Party im Schlosspark sei ein extrem alkoholisierter Mann dort leblos, in seinem eigenen Erbrochenen liegend, zurückgelassen worden. „Den hat der Sicherheitsdienst gerade noch rechtzeitig gefunden und konnte den Notarzt rufen“, weiß Laschka. Auch er selbst sei dazugeholt worden. Der Mann sei nicht ansprechbar gewesen und musste ins Krankenhaus. Auch Stefan Schleicher, Inhaber des gleichnamigen Sicherheitsdiensts, berichtet von diesem Vorfall. „Der Arzt hat gesagt, wenn wir den Mann nicht gefunden hätten, wäre er ein paar Stunden später tot gewesen“, erzählt er.

Stefan Schleicher sieht das Hauptproblem in Mitwitz im Schlosspark. Die jungen Leute ließen dort viele Bierflaschen und Müll zurück. Außerdem werde immer wieder etwas zerstört. „Oft sieht man schon gleich wenn mankommt, dass wieder etwas beschädigt ist“, sagt er kopfschüttelnd. Doch auch er beobachte erste Verbesserungen, seit seine Leute regelmäßig vor Ort sind. Meistens suchten die Randalierer dann das Weite. Einige habe man aber auch schon ansprechen können. „Sie sagen dann zwar immer, sie waren das nicht. Aber wir sagen dann: ‚Räumt das Zeug halt bitte trotzdem weg.’ Das sind schon kleine Erfolge“, meint er. Stefan Schleicher weiß aber auch, dass es einige Zeit dauert, bis sich so eine Situation entspannt. Erfahrungsgemäß sei etwa nach einem Vierteljahr Ruhe. Dann gingen die Randalierer meist woanders hin. Bis dahin sei der Sicherheitsdienst regelmäßig zu unterschiedlichen Uhrzeiten mit zwei Mann vor Ort. „Alleine hat es keinen Sinn. Erstens zwecks Eigenschutz und zweitens, damit man gegebenenfalls einen Zeugen hat“, erklärt er.

Weniger brisant als Hans-Peter Laschka und Stefan Schleicher schätzt Gerhard Anders die Lage ein. Er ist der Pressesprecher der Kronacher Polizei. „Eigentlich gibt es in
Mitwitz kein Problem“, findet er. Das Einzige sei, dass sich einige junge Leute nicht an die Schlosspark-Satzung hielten und ihn auch nach Einbruch der Dunkelheit noch nutzten.  Von Randalierern oder Vandalismus könne aus Sicht der Polizei aber nicht die Rede sein. „Ich erinnere mich, dass vor einiger Zeit mal eine Parkbank angezündet wurde und neulich ist das LED-Schild der Sparkasse beschädigt worden. Aber es ist jetzt nicht so, dass sich die Vorfälle häufen“, sagt er. Und dass immer mal wieder Kleinigkeiten vorkämen, sei normal. Das sei aber auch in anderen Gemeinden der Fall. Grundsätzlich zählen solche Vorfälle wie die in Mitwitz laut Gerhard Anders als Sachbeschädigung. Was für eine Strafe den Tätern droht, könne man so pauschal aber nicht sagen. „Es kommt immer darauf an, wie viel kaputt ist, ob es Vorstrafen gibt und so weiter“, führt er aus. Auf jeden Fall rät er, Vorfälle immer anzuzeigen. Dann leite die Polizei alles Weitere in die Wege.

Quelle: Neue Presse Coburg, Text: Julia Knauer 

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